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Beauty Campus

Festspielzentrum Münsterhof
Preise: Eintritt frei
Daten und Tickets

FESTSPIELFESTE Der Beauty Campus ist das themathische Herzstück der Festspiele – ein Thementag zu den unterschiedlichen Facetten von Schönheit und Wahnsinn. Die Messe wird in Kooperation mit der Volkshochschule Zürich durchgeführt und enthält Expertenvorträge aus Bereichen der Psychologie und Religion bis hin zur Body-Modification und Selbstoptimierung. In wissenschaftlichen und künstlerischen Performances wird das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und die Treatment Area lädt zur Erkundung der Schönheit am eigenen Körper ein.

14.00 | 15.00 | 16.00 | 17.00 | 18.00
Expertenvorträge und Performances

18.30 Abschlussperformance

Veranstalter Festspiele Zürich


Referate und Performances

Robert Riener, Professor für Sensomotorische Systeme, ETH Zürich
Nobody needs to be perfect

16.00 - 16.20 Uhr | 17.30 - 17.20 Uhr

Medien berichten über leistungsfähige Prothesen und menschenähnliche Roboter. Hollywood fabriziert den perfekt aussehenden Cyborg. Durch den Einsatz von Hochtechnologie wird eine physiologische Augmentierung prophezeit, die bisherige menschliche Leistungen und Ästhetiken in den Schatten stellt. Diese Entwicklungen entspringen einem Drang nach einer körperlichen Unversehrtheit, die nicht mehr zeitgemäss ist. Die tatsächlichen technischen Anforderungen und wahren Bedürfnisse werden verfehlt. Behinderung entsteht durch Barrieren in Umwelt und Gesellschaft. Um diese abzubauen, braucht es eine bessere Wahrnehmung für die alltäglichen Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen. Barrieren müssen auch in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Erst dann setzt der Einsatz von Technik an, welcher den Alltag der Menschen mit Behinderung praktischer und angenehmer machen kann. Dabei kommt es aber nicht nur auf die Leistungsfähigkeit der Geräte an, sondern auch auf Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. Und wenn dann Prothesen immer noch hörbar und Hörgeräte immer noch sichtbar sind, dann ist das Teil der Normalität.


Yann Brenyak, Experte für Body-Modification
Kunst am Körper

14.00 - 14.20 Uhr | 16.30 - 16.50 Uhr

Yann Brenyaks Gesicht ist gezeichnet von schwarzer Tinte, Implantaten, modifizierten Augenbrauen, Narbenverzierungen, einer gespaltenen Zunge. Der Pionier der Body-Modification, welche weit über Tätowierungen und Narbenverzierungen hinausgeht ist fasziniert von der Möglichkeit, seinen Körper nach den eigenen Vorstellungen verändern zu können, und spezialisierte sich auf grafische Hautentfernung, bei der geisterhafte Körperkunstwerke entstehen, welche aus der Haut des Trägers herauszufahren scheinen. Yann Brenyak gibt Einblicke in die blutige Welt der Body-Modification.


Rifa'at Lenzin, Zürcher Institut für interreligiösen Dialog
„Allah ist schön und liebt die Schönheit“

17.00 - 17.20 Uhr | 18.00 - 18.20 Uhr

Die Ausformungen des Arabischen in Koranrezitationen kennzeichnen die Anfänge islamischer Kunst. Neben der kunstvollen Koranrezitation stehen nichtbildliche Illustrationen kalligrafischer und ornamentaler Art im Mittelpunkt der islamischen Kunst, welche auch die islamische Architektur auszeichnen und einzigartig machen. Lernen Sie den Islam als Religion der Schönheit kennen.


Otto Penz
Metamorphosen der Schönheit

14.30 - 14.50 Uhr | 15.30 - 15.50 Uhr

Die Schönheitsvorstellungen haben sich in der (Spät-)Moderne gewandelt. Wir untersuchen die zunehmende Ästhetisierung und Sexualisierung des männlichen Körpers. Den Veränderungen geschlechtlicher Schönheitsideale und -praktiken liegen umfassende gesellschaftliche Transformationsprozesse zugrunde, etwa das Entstehen einer Dienstleistungskultur oder die wachsende Selbstbestimmung der Frauen.


Jörg Scheller, Kunstwissenschaftler
Builder und Bilder. Zur Ästhetik des Bodybuildings

17.30 - 17.50 Uhr | 18.30 - 18.50 Uhr

Wenn in den Medien von Bodybuilding die Rede ist, geht es meist um Narzissmus, Doping oder einseitigen Körperkult. Im Vordergrund stehen Sensationalismus und moralische Bewertung. Dabei gerät aus dem Blick, dass Bodybuilding zunächst einmal eine ästhetisch-künstlerische Praxis ist. Der Vortrag präsentiert Bodybuilder als moderne Selbstbildhauer, für die nicht die Kraft, sondern das Bild der Kraft zählt.


Lydia Korte, Medienästhetik Universität Siegen
Überlegungen zum modernen Alltagsnarzissmus ... but first let me take a Selfie.“

14.30 - 14.50 Uhr | 15.30 - 15.50 Uhr

Was ist eigentlich ein Selfie? Wie macht man’s richtig? Warum macht man’s überhaupt? Und was hat das Ganze mit Narzissmus zu tun? Das und viele andere Fragen brennen uns beim Thema „moderne Selbstdarstellung“ unter den Nägeln. Welche Arten moderner Selbstdarstellung gibt es und was hat das mit der Vermittlung gesunder Körperbilder zu tun? Hat die Art der Selfie-Aufnahme des direkten Freundeskreises Einfluss auf das Selbstbild Jugendlicher? Welche Risiken, aber auch Möglichkeiten persönlicher Entfaltung bieten diese visuellen Kommunikationsformen?


Marcel Zentner, Prof. Psychologie Universität Innsbruck
Wie die Gleichstellung unsere Partnerwahl verändert

15.00 - 15.20 Uhr | 16.00 - 16.20 Uhr

Einer verbreiteten Auffassung entgegen sind geschlechtstypische Partnerpräferenzen (z.B. Frauen achten eher auf Ressourcen, Männer auf Attraktivität) keineswegs festgeschrieben. Vielmehr wandeln sich diese mit gesellschaftlichen Veränderungen. Ein zentraler Wandel betrifft die zunehmende Gleichstellung von Mann und Frau. Mit fortschreitender Gleichstellung wählen Frauen und Männer ihre Partner zunehmend nach ähnlichen Kriterien aus. Wird es also bald keine geschlechtstypischen Partnerpräferenzen mehr geben? Und welche gesellschaftliche Konsequenzen ergeben sich dadurch?


Niklaus Peter, Pfarrer Fraumünster
Was Nahrung für den Körper, ist Schönheit für den Geist

16.30 - 16.50 Uhr

Für eine Theologie der Schönheit

„Das Schöne ist der Glanz des Wahren“ – so hat Augustin einmal formuliert, und dieser Gedanke bildet eine schöne Brücke von Platon zu Thomas von Aquin und in die Neuzeit hinein: Das Schöne ist mehr als nur Schein, es verweist zurück auf eine tiefe Ordnung, die etwas mit dem Lebendigen und dem Göttlichen zu tun hat: «Alles hat er so gemacht, dass es schön ist zu seiner Zeit» - sagt der skeptische Weise Prediger Salomo. Ein religiöses Verständnis von Schönheit hält sich deshalb nicht nur an der Oberfläche, sie auch den Mut, Risse, Schwieriges, Vergänglichkeit in den Blick zu nehmen.


Ada Borkenhagen, Entwicklung von Schönheitsidealen
Bildschön oder die Transformation des Körpers in ein idealschönes Bild

14.00 - 14.20 Uhr | 15.00 - 15.20 Uhr

Was in früheren Jahrhunderten Künstlern wie Tizian oder Botticelli vorbehalten war, eine Frau in ein idealschönes Bild zu verwandeln, dass scheint der modernen Frau zunehmend mittels Schönheitsmedizin und digitaler Medien zu gelingen. Durch die Schönheitsmedizin kann sich Frau heute mit ihrem idealen Körperbild vereinen und so zu einem idealschönen Bild ohne Makel werden. Damit scheint dem Menschen heute das möglich woran Narziss noch so kläglich scheiterte, die Vereinigung mit dem eigenen idealen Körperbild und die Bildwerdung des Körpers.


David Aguayo, Forschung & Entwicklung bei Kieser Training
Stark, gesund & schön

18.00 - 18.20 Uhr

Was wir mit Muskeln machen? Und sie mit uns? Das Erscheinungsbild eines Menschen hängt neben genetischen Faktoren massgeblich von der Körperzusammensetzung ab. Dank starken Muskeln kann sie manipuliert werden. Wie können wir durch Krafttraining die Körperzusammensetzung beeinflussen und was macht das mit unserem Erscheinungsbild?


Gigia Mettler-Saladin, Ernährungspsychologische Beraterin
Sich wahnsinnig schön essen

17.00 - 17.20 Uhr | 18.30 - 18.50 Uhr

Viele Menschen kontrollieren ihr Essverhalten, um wahnsinnig schön zu sein, um damit den gängigen Körperbildern zu entsprechen. Sie möchten wahrgenommen, bewundert und geliebt werden. Der Genuss und die eigenen Körpersignale spielen dabei keine Rolle. Fremdbestimmung, tiefer Selbstwert bis hin zur Essstörung sind der Preis.


Nathalie Jost, Ressortleiterin Bewegung, Volkshochschule Zürich | Rea Leuenberger, Tanzlehrerin
Tanz dich schön!

17.00 - 17.30 Uhr

Tanz-Kombo für alle. Tanzend wenden wir Pilatestechniken an, um unsere Schönheit,von Innen strahlen zu lassen. Das Körperbewusstsein vom Beckenboden über die lange Wirbelsäule bis hin zum glücklichen Herz entfaltet den Körper und den Geist. Die Bewegung gibt uns Beherrschung über unseren Körper und führt zu verbesserter Haltung. Tanz dich schön!


Zhang Zheng, TCM Spezialist und Sportmediziner, Lehrer für Taiji und Qigong
Innere Ruhe ist die Schönheit des Körpers

14.30 - 15.00 Uhr

Taiji bewegt sich in der Ruhe, die Ruhe ist die Bewegung. Ursprünglich im 17. Jh. in China als Kampfkunst entwickelt, werden die sanften, geschmeidigen Bewegungsabläufe des Taijiquan inzwischen auf der ganzen Welt von Jung und Alt auch als gesundheitsfördernde Kunst von Gleichgewicht und Koordination praktiziert. Zhang Zheng zeigt die Schönheit der Bewegungsabläufe, und erklärt die chinesische Philosophie dahinter.


Kazu Huggler, Modedesignerin
Fashion Talk. Kokonkleid - Identität über Grenzen hinaus

15.30 - 16.20 Uhr

Japanische Ästhetik, Kunst und Kultur prägen das Modelabel KAZU.
Die Modedesignerin Kazu Huggler stellt einen Dialog zwischen Mode und Sozialgeschichte her. Dabei fokussiert sie das Thema Gender und Mode in Japan und spricht über den Einfluss, den Kleidung auf die Person hat, die sie trägt. Dazu präsentiert sie ihre neuesten Couture-Kreationen live an Models und erzählt wie sie entstanden sind - von der Idee bis zur Fertigung.


Jan Rauch, IAP Institut für Angewandte Psychologie, ZHAW
Wahnsinn(s) Selbstoptimierung – wie unser Selbstbild unser Verhalten beeinflusst

14.00 Uhr | 15:00 Uhr (Fitnesszelt)

Unser Denken, Fühlen und Verhalten ist zu einem grossen Teil durch unser Selbstbild gesteuert. Dieses Bild, das wir von uns haben, verändert sich mit der Zeit. Zum Beispiel versuchen wir, es durch Selbstoptimierung an idealisierte Darstellungen aus den Medien oder unserem Umfeld anzupassen. Aus der Forschung weiss man aber, dass diese Vergleiche Unzufriedenheit auslösen können. Verändert sich durch die zunehmende Selbstoptimierung nun also auch unser Verhalten? Der (Sport-)Psychologe Dr. Jan Rauch geht dieser Frage nach und spricht über den Zusammenhang von Wahnsinn und Idealbild, unsere veränderte Wahrnehmung und weshalb ein realistisches Selbstbild unser Wohlbefinden steigert.


Samuel Volery, Slackliner
Ausserhalb der Komfortzone

16.00 Uhr |17.00 Uhr (Fitnesszelt)

In den letzten 10 Jahren hat Sam Volery jede Slackline-Disziplin ausprobiert und wird nicht müde, immer neue Tricks zu erfinden: Zurzeit arbeitet er an Highline-Combos, welche auch Handstände beinhalten.

Mit dem Lauf über 1‘210 Meter in einer Höhe von 200m über Boden hat Sam kürzlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. Nur Stunden bevor ein Gewittersturm die Highline zerstörte, benötigte Sam 75 Minuten für die Strecke, welche während der ganzen Dauer höchste Konzentration und einen absolut fehlerfreien Schritt erforderte. Einen weiteren Weltrekord stellte Sam bei einem 580 Meter langen Lauf auf: auf einer 2cm dünnen Slackline, in 200 Meter Höhe und mit verbundenen Augen.

Informationen

Daten und Tickets

  1. Beauty Campus


    Preis: Eintritt frei

Besetzung / Künstler

Konzept Volkshochschule Zürich | Belén Montoliú | mit Zürcher und internationalen Experten | sowie der schminkbar Zürich | Kieser Training

mit Vorträgen und Performances von Robert Riener | Yann Brenyak | Rifa'at Lenzin | Otto Penz | Jörg Scheller | Lydia Korte | Marcel Zentner | Niklaus Peter | Ada Borkenhagen | David Aguayo | Gigia Mettler-Saladin | Nathalie Jost | Rea Leuenberger | Zhang Zheng | Samuel Volery | Jan Rauch | Kazu Huggler | Nils Amadeus Lange | Annina Machert

Ort

Festspielzentrum Münsterhof
8001 Zürich

Tram 4, 8, 11, 15 bis «Helmhaus»
Tram 2, 4, 6, 7, 8, 9, 11, 13, 17 bis «Paradeplatz»