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Panel und Publikum Plattform #3

Gemeinsam mit Gästen statt Kulturprodukte für Kunden?

Plattform #3 zur «Unsicherheit in Bezug auf die nächsten Kund*innen»

Blick in die Zukunft

Das Thema bewegt. Zumindest die vielfältigen Menschen, berufstätig in Kultur und Corporate Welt, pensioniert oder noch in Ausbildung, die am Dienstag nach Pfingsten zu uns in die Josefstrasse kamen. Die Provokation war ja schon im Titel der dritten Veranstaltung in der Reihe Plattform Festspiele angelegt. Der Journalist Simon Jacoby (Tsüri.ch) hat die zwei Repräsentantinnen und den Repräsentanten aus ganz unterschiedlichen Feldern gekonnt spezifisch befragt, aber auch in Beziehung gesetzt. Gemeinsam ist den drei Gästen des Panels, dass sie das Publikum von heute, morgen und vielleicht auch übermorgen ansprechen (wollen).

Hayat Erdoğan, designierte Co-Direktorin des Theater Neumarkts, will Gäste in ihr Haus einladen, und keine Kunden akquirieren, um gemeinsam etwas wachsen zu lassen. «Kunst kommt nicht von Kundschaft», so die Dramaturgin. «Geduld» brauche es dafür, denn: Denn im Theater als flüchtiger, «ephemerer Kunstform» das «Gefühl von Gemeinschaft» zu schaffen kann nicht von heute auf morgen gelingen.

Katja Weber von Frau Gerolds Garten ist der Meinung, dass sie ihre Kund*innen eigentlich gar nicht kennt. Wenn sie aber von den Anfängen ihrer Projekte erzählt, sind auch das immer Geschichten von Gemeinschaft. Miteinander Erschaffen, was man selber gerne hätte, zum Beispiel einen Garten auf einer Brache oder einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt. Und diese Orte und Formate empfehlen die Beteiligten wiederum weiter, ihren Freund*innen, aber auch den Medien...

Obwohl Medienkünstler David Simon in einer ganz anderen Branche beheimatet ist, spricht auch er von Pflanzen: Dass man verschiedene Setzlinge pflanzen muss, um zu sehen, was gut gedeiht – will heissen, dass, wer im Kleinen mit unterschiedlichen Ideen experimentiert, genau beobachtet und den Austausch sucht, eher findet, was Kunden, Publikum und Gästen gefällt. In anderen Worten: Auf «Relevanz statt Perfektion» zu setzen bei der Entwicklung von Neuem.

Vielleicht taugt dies ganz allgemein als Credo in Zeiten der Selbstoptimierung...

Fotos © Josef Brunner Fotografie

Film und Portraits © Pierre de Senarclens

Referentin Hayat Erdoğan im Gespräch
Referentin Hayat Erdoğan im Gespräch
Alexander Keil und Moderator Simon Jacoby
Alexander Keil und Moderator Simon Jacoby
Ursula Gut-Winterberger und Mitarbeiterinnen Festspiele
Ursula Gut-Winterberger und Mitarbeiterinnen Festspiele
Publikum Plattform #3
Publikum Plattform #3
Willkommen zur Plattform!
Willkommen zur Plattform!