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Foto der Ausstellung von Rainer Wolfsberger, © Museum Rietberg
Foto der Ausstellung von Rainer Wolfsberger, © Museum Rietberg

Begegnungen mit Buddha

Inspirationsmomente

Kleine und grössere Buddha-Figuren sind auch in unserem westlichen Alltag nicht zu übersehen, im chinesischen Restaurant, in der Nippes-Ecke, als Blumentopf oder Poster. Aber wer war denn dieser Buddha wirklich? Die aktuelle Ausstellung Nächster Halt Nirvana – Annäherungen an den Buddhismus im Museum Rietberg geht dieser Frage nach.

Überliefert ist, dass er vor zweieinhalbtausend Jahren in Nordindien als der reiche Prinz Siddharta lebte. Die Konfrontation mit dem Leiden und dem Tod und die Begegnung mit einem besitzlosen, aber glücklichen Mönch führten ihn auf den Weg der Erleuchtung. Er wurde zum Buddha, einem (zu höchster Weisheit) Erwachten. Als Lehrer gab er seine Erfahrungen weiter, bis er mit seinem Tod den Kreislauf der Wiedergeburten und des Leidens durchbrechen konnte. Die Stationen dieser Vita sind als eine Art Comic Strip nachzulesen, Kopien aus einer japanischen Bildrolle aus dem 18. Jahrhundert, die in einer Vitrine liegt.

Die Ausstellung erzählt mit rund 100 Objekten Geschichte und Verbreitung des Buddhismus von Indien bis Ostasien und darüber hinaus. Neben Kunstwerken aus der eigenen Sammlung zeigt die Ausstellung zahlreiche Leihgaben. Herausragend in jedem Sinn ist die riesige Buddha-Statue aus dem Museum in Peshavar in Pakistan, die zum ersten Mal «reiste». Der Faltenwurf des Gewands Schieferskulptur aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert verweist auf westliche Einflüsse.

Mit Nächster Halt Nirvana legt das Museum grossen Wert auf die Vermittlung der Vielfalt des Buddhismus. So erklären Menschen von hier und heute, was für sie dieser oder jener zentrale Begriff der Lehre bedeuten. Es gibt Stationen, wo man Glückssymbole auf eine Karte prägen kann. Ein Tisch mit Anleitungen und Papierquadraten lädt ein, Lotusblüten zu falten, und schliesslich präsentieren Schülerinnen und Schüler ihre Recherchen über Buddha und den Buddhismus in Zürich – ein ganzer Raum voller Videos, Kitsch und Kunst, Handyhüllen und Schwimmhilfen, Interviews, Selbstversuche mit Meditation und vieles mehr.

Eine Ausstellung für Kunstaffine ebenso wie an Archäologie, Weltreligionen oder Geschichte Interessierte – Kinder und Jugendliche eingeschlossen. Gezeigt wird die Sonderausstellung noch bis zum 31. März 2019.

Diesen Text verfasst hat Eva Caflisch, Journalistin. Eine ausführlichere Fassung ist zuerst auf seniorweb erschienen.