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Daniela Lehmann und Karolin Trachte im Gespräch mit Festivist*innen
Daniela Lehmann und Karolin Trachte im Gespräch mit Festivist*innen

Backstage Event #2

Wie entsteht eigentlich ein Veranstaltungskonzept?

Hinter den Kulissen

Beim Kulturbesuch ist das Publikum jeweils mit dem Endresultat eines langen Prozesses konfrontiert – und wenn die Produktion sitzt, ist bei der Vorstellung vom Weg dahin nichts mehr zu spüren. Während der Entwicklung mal hinter die Kulissen zu blicken, ist für die Zuschauenden im Allgemeinen nicht möglich. Unsere Backstage Festivist*innen hatten die Gelegenheit in einen laufenden Prozess zu blicken: Daniela Lehmann von ZÜRICH TANZT und Kuratorin Karolin Trachte erzählen von der Arbeit am Pop-up Ball bei den Festspielen 2020.

«Nach dem Konzept ist vor dem Konzept», so Alexander Keil in seiner Einführung in den Abend. Die Festivist*innen der Backstage waren eingeladen, aus erster Hand von den Macherinnen einer der grossen Münsterhof-Veranstaltungen den Konzeptstand zu erfahren und sich selber einzubringen. Der Pop-up Ball wird am ersten Wochenende der Festspiele im Juni 2020 stattfinden – während 24 Stunden nehmen Tänzerinnen und Tänzer verschiedenster Stilrichtungen den Platz in der Altstadt in Beschlag nehmen.

Das Format des 24-Stunden-Pop-up-Balls verbindet gleich mehrere zentrale Elemente der Festspiel-Ausgabe 2020 unter dem Titel «Rausch des Jetzt»: Community-Happening, Exzess und das Lebensgefühl der Tänze dieser Zeit, so Kooperationspartnerin Daniela Lehmann und Kuratorin Karolin Trachte. Im Zentrum steht das Miteinander der vielfältigen Tanzszenen Zürichs – für diese Communities ist Daniela Spezialistin, die meisten kennt sie persönlich. Den Bezug zum Thema sieht sie im Tanzen an sich: Wann, so die Co-Leiterin von Zürich Tanzt, ist man stärker im Jetzt als wenn man sich zur Musik bewegt und alles um sich herum vergisst?

In der anschliessenden Diskussion spiegelte sich die Bandbreite der Aspekte einer solchen Produktion. Praktische Fragen kamen zur Sprache: Wie geht man mit den Auflagen bezüglich Nachtruhe zwischen Mitternacht und 9 Uhr morgen um? Welche Tanzstile bilden die Vielfalt in Zürich ab und welches Genre passt zu welcher Uhrzeit? Welche weiteren Communities dürfen nicht fehlen beim Anlass? Aber auch dramaturgisch-inhaltliche Fragen wurden aufgeworfen: Was darf, soll und kann ein solch exzessives Format? Wer nimmt aus welcher Motivation daran teil? Beim obligaten Apéro gab es Gelegenheit diese Fragen mit anderen Festvist*innen wie auch mit den Macherinnen zu erörtern.

Mehr zum Pop-up Ball und weiteren Openair-Veranstaltungen kann man hier nachlesen.