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ABC der neuen Kultur

Ein ständig erweitertes Nachschlagewerk

Blick in die Zukunft

In dieser Rubrik erklären wir von nun an Begriffe und stellen Themen und Fragen vor, mit denen wir uns in unserer Arbeit beschäftigen. Wenn Sie eine Idee oder einen Gedanken zu den von uns beschriebenen Begriffen hast, schreiben Sie uns gern unter community@festspiele-zuerich.ch.

Co-Creation

Co-Creation im Umfeld der Festspiele bedeutet gemeinsam denken, gemeinsam erfinden. Bei der Co-Creation ist, im Gegensatz zu einer alles prägenden künstlerischen Handschrift, die Kreativität mehrerer gefragt. Viele Köpfe bringen in die Kreation von Veranstaltungen, Formaten oder Themen ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein. In Co-Creation entstehen bei den Festspielen fast alle Programmpunkte. Oft ist es im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar, welche*r Projektpartner*in zu welchem Zeitpunkt mit welcher Idee gekommen ist. Dies ist für uns gar nicht so wichtig. Viel mehr zählt für uns, mit dem Festspielthema oder mit einzelnen Veranstaltungen eine gewisse Resonanz unter den Kultur-Communities zu erzeugen und somit den kreativen Funken möglichst vieler für eine gemeinsame Arbeit zu entfachen.

Skalierung

Eine der drängenden Fragen im Zusammenhang mit der Erfindung von Kunstinstitutionen des 21. Jahrhunderts stellt sich rund um die Frage der Skalierung von kulturellen oder künstlerischen Erfahrungen. Man könnte auch fragen: Wie lässt sich in einer enorm individualisierten und diversifizierten Gesellschaft eine Kunsterfahrung auf möglichst viele Menschen übertragen?

Kunsterlebnisse basieren auf individuellen und gemeinschaftlichen Erfahrungen. Die Besuchenden- und Nichtbesuchendenforschung zeigt, dass der Besuch von Kunstinstitutionen in der Regel an andere Menschen im eigenen Umfeld gebunden ist, die sich ebenfalls für Kunst interessieren und regelmässig ins Theater, Museum, Opern- oder Konzerthaus gehen. Interesse am Thema Kunst und menschliche Bindung lassen sich zum Glück nicht einfach endlos vervielfältigen. Um die Frage nach der Skalierung zu beantworten, liegt es nahe, zuerst einmal die Relevanz von Kunstinstitutionen des 21. Jahrhunderts zu klären. Eine Institution, die aus sich und ihrer Tätigkeit heraus Relevanz für die Gesellschaft besitzt, verfügt über die besten Voraussetzungen, möglichst weite Teile der Gesellschaft zu erreichen. Anschliessend stellen sich sehr viele weitere Fragen: Was bedeutet dies für die Entstehung des Programms, die Auswahl der Künstler*innen oder Marketing und Kommunikation?