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Janick Zumofen, angehender Industrial Designer und Musiker
Janick Zumofen, angehender Industrial Designer und Musiker

3 Fragen an... Janick Zumofen

Hinter den Kulissen

Was reizt dich an der Aufgabe, die erste Schaufenstergestaltung für die Festspiele zu übernehmen?

Die Offenheit und das Interesse an meinen Ideen auf Seiten des Teams der Festspieel spürte ich schon beim ersten Treffen – das ist toll. Bei der Gestaltung des Schaufensters möchte ich die Konsumfreudigkeit der Popkultur auf die als elitär wahrgenommene Welt der klassischen Musik prallen lassen. Als angehender Industrial Designer reizt es mich, in diesem kulturellen und gesellschaftlichen Spannungsfeld zu arbeiten. Das Fenster soll mit den Wahrnehmungen und Erwartungen der «Laufkundschaft» spielen und dazu ermuntern, sich vertieft mit den Festspielen auseinander zu setzen.

Was macht die Lage des Schaufensters mitten im Kreis 5 zum perfekten Ort für dein Konzept?

Die neuen Räumlichkeiten der Festspiele befinden sich in pulsierender Nachbarschaft. Die mannigfaltige Auswahl an Lokalen bietet aus gestalterischer Sicht einen Pool an verschiedenen Einflüssen. Designartikelladen, Skateboard-Shop, griechisches Restaurant, Velomechaniker, etc., alle vereinen sich zu einem kulturell einzigartigen Teil der Stadt. Auch persönlich verbringe oft und gerne Zeit in diesem Quartier, zum Beispiel auf der Josefswiese, und schätze die multikulturelle Prägung dort sehr.

Du bist neben deinem Industriedesign-Studium auch noch Gitarrist in einer Rockband, du beschäftigst dich nicht nur mit Gestaltung, sondern auch mit Musik. Welchen Kulturtipp hast du aus der Breite deiner Interessen für unser Publikum?

Als ich mich kürzlich intensiver dem Genre «Drone Doom», ein Subgenre des «Doom Metal», auseinander gesetzt habe, bin ich auf die «Minimal Music» gestossen, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Obwohl die beide Genres aus komplett verschiedenen musikalischen Ecken zu kommen scheinen, haben sie einen ähnlichen Zugang zur ihrer Musik. Die stoische Wucht der dahin kriechenden Gitarrenwände des «Drone Doom» und die hypnotisch repetitiven Pattern der «Minimal Music» Komposition haben ihren eigenen Reiz, aber eine ähnliche Wirkung. «Minimal Music» kann auf verschiedene Arten genossen werden, ich kann aufmerksam zuhören und die subtilen Variationen aktiv verfolgen oder ich kann sie als unaufdringliche Hintergrundmusik laufen lassen und dabei zum Beispiel an einem Entwurf arbeiten.

Im Bereich «Minimal Music» empfehle ich Steve Reich, Philip Glass oder Terry Riley. Meine momentanen «Drone Doom» Favoriten sind Sunn O))) und Earth. Anzutreffen bin ich als nächstes beim Konzert von Lord Kesseli and the Drums am 25. Januar 2019 im Bogen F in Zürich. Die Ostschweizer Band mischt düstere Gitarrenklänge, schimmernde Synthies und sehnsüchtigste Melodien zu einem ganz eigenen Musikgebräu.